Ziele und Ergebnisse des Elektromobilitätskonzeptes

Das Elektromobilitätskonzept soll als Chance dienen, um Ihnen als Bürgerinnen und Bürgern sowie Beschäftigten der Stadt Gladbeck Mobilitätsalternativen aufzuzeigen und ein Umdenken diesbezüglich anzustoßen. Nachfolgend werden die Kapitel des Elektromobilitätskonzeptes mit ihren wichtigsten Ergebnissen kurz und prägnant zusammengefasst. Für umfänglichere und detailliertere Erklärungen lesen Sie gern im Elektromobilitätskonzept für die Stadt Gladbeck nach.

Bestandsaufnahme

Im Elektromobilitätskonzept für die Stadt Gladbeck wurden die bisherigen Konzepte und Planungen im Bereich der nachhaltigen und der Elektromobilität in der Region herausgearbeitet und darauf aufbauend die energie-, klima- und verkehrspolitischen Zielstellungen der Stadt abgeleitet. Die aktuellen Zulassungszahlen von Elektrofahrzeugen und der Ausbaustand der Ladeinfrastruktur in der Stadt Gladbeck wurden in Zusammenarbeit mit den Betreibern vor Ort aufbereitet.

Derzeit gibt es in der Stadt Gladbeck 343 Elektrofahrzeuge. Davon sind 182 rein elektrisch betriebene (BEV) und 161 Plug-in-Hybrid-Fahrzeuge (PHEV). Im Gladbecker Stadtgebiet sind 14 Ladestationen mit insgesamt 27 Ladepunkten zu finden. 25 der Ladepunkte werden mit Wechselstrom betrieben und weisen eine Ladeleistung zwischen 3,7 und 43 kW auf (Normal- bzw. AC-Laden). An den verbleibenden, mit Gleichstrom betriebenen, 2 Ladepunkten kann aufgrund der höheren Ladeleistung von etwa 50 kW vergleichsweise schneller geladen werden (Schnell- bzw. DC-Laden) (Stand: Oktober 2020). Den aktuellen Ausbaustand der Ladestationen in der Stadt Gladbeck finden Sie hier.

Wenn Sie mehr zum Thema „Bestandsaufnahme“ erfahren möchten, lesen Sie gern im entsprechenden Kapitel des Elektromobilitätskonzeptes für die Stadt Gladbeck nach:

Ladeinfrastruktur und Netzausbau

Basierend auf kleinräumigen statistischen Daten, einer umfassenden Analyse des Einzelhandels, der Verkehrsmenge, der öffentlichen Parkflächen etc. erfolgte im Rahmen des Elektromobilitätskonzeptes für die Stadt Gladbeck eine Prognose zur Anzahl und räumlichen Verteilung von Elektrofahrzeugen und Ladevorgängen für die Jahre 2025 und 2030. Unter Einbezug der bestehenden Ladeinfrastruktur wurden Bedarfsräume ermittelt, in denen mit erheblichen Versorgungslücken zu rechnen ist. Im Rahmen einer Vor-Ort-Begehung wurden konkrete Standorte innerhalb der Bedarfsräume identifiziert und hinsichtlich deren Eignung für Ladeinfrastruktur geprüft.

Im Jahr 2025 ist mit etwa 2 350 Elektrofahrzeugen (BEV und PHEV) in der Stadt Gladbeck zu rechnen. Um den dadurch entstehenden Ladebedarf decken zu können, sollten insgesamt 77 Ladepunkte im Stadtgebiet zur Verfügung stehen. In der Regel befinden sich zwei Ladepunkte an einer Ladestation. 2030 werden rund 5 730 Elektrofahrzeuge (BEV und PHEV) in der Stadt Gladbeck erwartet. Zur Deckung des damit verbundenen Ladebedarfs sind insgesamt 222 Ladepunkte notwendig. In der untenstehenden Aufstellung werden die Prognoseergebnisse übersichtlich für Sie zusammengefasst:

Prognose für Elektrofahrzeuge:

Jahr BEVPHEV
2025 1 2901 056
2030 3 4362 290

Prognose für benötigte Ladepunkte

JahrACDC
2025725
203020913


Wenn Sie mehr zum Thema „Ladeinfrastruktur und Netzausbau“ erfahren möchten, lesen Sie gern im entsprechenden Kapitel des Elektromobilitätskonzeptes für die Stadt Gladbeck nach:

Elektromobilität im Wohnbereich

Im Elektromobilitätskonzept für die Stadt Gladbeck wurde eine Potentialabschätzung für die Einführung eines Carsharing-Systems in der Stadt vorgenommen. Zusätzlich wurde untersucht, wie elektrisch betriebene Fahrräder und Lastenräder unterstützt und in ein Sharingsystem eingebunden werden können. Exemplarisch für das neu entstehende Quartier Hartmannshof wurde erarbeitet, wie die Elektromobilität konkret in den Wohnbereich eingebunden werden kann.

Mit der Einführung eines öffentlichen Carsharing-Systems sind 4 Carsharing-Stationen und entsprechende Fahrzeuge im Gladbecker Stadtgebiet sinnvoll. Hierfür eignen sich insbesondere das dicht besiedelte Innenstadtgebiet und die Stadtteile Brauck und Butendorf. Zur Erprobung eines öffentlichen Bikesharing-Systems eignen sich insgesamt ca. 50 Fahrräder an den Gladbecker Bahnhöfen und an wichtigen Supermärkten. Eine Kombination aus herkömmlichen und elektrisch betriebenen Fahrrädern kann im Rahmen eines Pilotprojektes in der Stadt Gladbeck getestet werden.

Wenn Sie mehr zum Thema „Elektromobilität im Wohnbereich“ erfahren möchten, lesen Sie gern im entsprechenden Kapitel des Elektromobilitätskonzeptes für die Stadt Gladbeck nach:

Elektromobilität im Bereich der Wirtschaft

Mithilfe einer Online-Befragung wurden Gladbecker Unternehmen im Rahmen des Elektromobilitätskonzeptes für die Stadt Gladbeck bezüglich deren Erfahrungen im Umgang mit Elektromobilität, Carsharing und betrieblichem Mobilitätsmanagement befragt.

Insgesamt haben 34 interessierte Unternehmen daran teilgenommen. Die Hälfte der befragten Unternehmen hat sich schon konkret mit dem Einsatz von Elektrofahrzeugen im unternehmenseigenen Fuhrpark auseinandergesetzt. Während 13 Unternehmen bereits Elektrofahrzeuge im Fuhrpark haben, planen 4 die zeitnahe Beschaffung. Sofern sich in der Nähe des Unternehmensstandortes eine Carsharing-Station befindet, haben 12 der befragten Unternehmen Interesse daran, ein Carsharing-Angebot für Dienstfahrten zu nutzen. Unterstützungsbedarfe sehen die befragten Unternehmen insbesondere in finanziellen Zuschüssen der öffentlichen Hand, einer verbesserten Verfügbarkeit von öffentlich zugänglicher Ladeinfrastruktur sowie einem umfassenderen Informationsangebot. 

Wenn Sie mehr zum Thema „Elektromobilität im Bereich der Wirtschaft“ erfahren möchten, lesen Sie gern im entsprechenden Kapitel des Elektromobilitätskonzeptes für die Stadt Gladbeck nach:

Kommunale Flotte

Im Elektromobilitätskonzept für die Stadt Gladbeck wurde der städtische Fuhrpark analysiert. Mithilfe von Fahrtenbüchern wurden die Fahrzeugdaten erfasst und softwaregestützt analysiert, sodass unter Annahmen bestimmt werden konnte, welche Fahrzeuge für eine Elektrifizierung geeignet sind.

Der Fuhrpark der Stadt Gladbeck setzt sich aus 46 Fahrzeugen zusammen, die sich auf 5 Standorte verteilen (Stand: Juni 2019). 2019 hat die Stadt Gladbeck damit begonnen, die ersten Elektrofahrzeuge einzuflotten. Mittlerweile gehören zum städtischen Fuhrpark 2 eGolf und 1 Streetscooter im Ingenieuramt sowie 1 Renault KANGOO Z.E. und 2 Streetscooter im Zentralen Betriebshof Gladbeck (Stand: Januar 2021). In Zukunft sollen weitere Fahrzeuge hinzukommen. Im Rahmen der Fuhrparkanalyse konnte ermittelt werden, dass sich 18 der 46 Fahrzeuge für eine Elektrifizierung eignen.

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Massnahmenkatalog

Im Ergebnis des Elektromobilitätskonzeptes für die Stadt Gladbeck stehen klare Massnahmenvorschläge, welche die Elektromobilität vor Ort fördern sollen. In der untenstehenden Aufstellung werden diese übersichtlich für Sie zusammengefasst:

Handlungsfeld Information und Kommunikation

  • (E-)Mobilitätsberatung für neue Bürgerinnen und Bürger sowie innerstädtisch Umziehende (langfristig)
  • Erstberatung und Sensibilisierung lokaler Unternehmen (inklusive Beherbergungsgewerbe und Freizeiteinrichtungen) hinsichtlich Ladeinfrastruktur (langfristig)

Handlungsfeld Ladeinfrastruktur

  • Klärung des Umgangs mit Gestattungsverträgen (kurzfristig)
  • Erarbeitung eines mit allen Ämtern abgestimmten, einheitlichen Genehmigungsverfahrens (kurzfristig)
  • Aktivierung und Sensibilisierung von Flächeneigentümerinnen und -eigentümern hinsichtlich des Ladeinfrastruktur-Ausbaus (langfristig)
  • Nutzung von Grundstücksausschreibungen und städtebaulichen Verträgen seitens der Stadt zum Vorantreiben des Ladeinfrastruktur-Ausbaus (kurz- bis mittelfristig)
  • Austesten des Handlungsspielraums bei der Nutzung der Instrumente der Bauleitplanung seitens der Stadt zum Vorantreiben des Ladeinfrastruktur-Ausbaus (kurz- bis mittelfristig)
  • Erstellung eines Katalogs mit Vorgaben zur Stadtmöblierung (mittelfristig)

Handlungsfeld Parkraumamanagement

  • Aktualisierung der Stellplatzsatzung (kurzfristig)
  • Aktualisierung der Ablösesatzung (kurzfristig)
  • Kostenfreies Parken an Ladestationen tagsüber nur in Kombination mit dem Ladevorgang und mit zeitlicher Beschränkung des Park- und Ladevorgangs (kurz- bis mittelfristig)
  • Konsequentes Abschleppen von Falschparkenden an Ladestationen (langfristig)
  • Ausnahmen für Elektrofahrzeuge bei Zufahrtsbeschränkungen und Durchfahrtsverboten (kurz- bis mittelfristig)

Handlungsfeld Sharing-Angebote

  • Ausbau eines (E-)Carsharing-Angebotes (kurz- bis langfristig)
  • Erprobung eines (E-)Bikesharing-Angebotes (kurzfristig)

Handlungsfeld kommunale Flotte

  • Elektrifizierung des Fuhrparks und Ladeinfrastruktur-Ausbau (kurz- bis mittelfristig)

Detaillierte Informationen zu den einzelnen Massnahmen (z. B. konkrete Umsetzungsschritte und Beteiligte) finden Sie im entsprechenden Kapitel des Elektromobilitätskonzeptes für die Stadt Gladbeck:

Exkurs: Wasserstoff und Elektromobilität

Neben der Elektromobilität wird auch die Wasserstofftechnologie eine relevante Rolle im Zusammenhang mit dem Gelingen der Energiewende spielen. Im Elektromobilitätskonzept für die Stadt Gladbeck wurde untersucht, welche Funktion Wasserstoff in den kommenden Jahren im Fahrzeugbereich einnehmen wird und welche Aktivitäten diesbezüglich schon in der Stadt Gladbeck und in der Umgebung vorhanden sind.

Aufgrund des aktuell noch geringen Wirkungsgrades der Technologie beurteilen Forscher den Einsatz von Wasserstoff im Pkw-Massenmarkt (noch) als ungeeignet. Ein Markthochlauf ist nicht vor 2030 zu erwarten. Wasserstoffbetriebene Fahrzeuge könnten sich jedoch insbesondere für längere Reichweiten bzw. hohe Verbräuche im Nutzfahrzeugbereich eignen. Die Emscher-Lippe-Region zählt zu den Pionieren der Wasserstoffproduktion und -verarbeitung. Die Stadt Gladbeck ist Gründungsmitglied des 2009 ins Leben gerufenen Vereins H2-netzwerk-ruhr e.V. Weiterhin beschäftigten sich viele Unternehmen in der Region mit der Wasserstofftechnologie, sodass vor Ort relevante Kompetenzen diesbezüglich bestehen. Wenn Sie mehr zum Thema „Exkurs: Wasserstoff und Elektromobilität“ erfahren möchten, lesen Sie gern im entsprechenden Kapitel des Elektromobilitätskonzeptes für die Stadt Gladbeck nach: